Ormolu (von französischor
moulu, „gemahlenes Gold“) bezeichnet eineTechnik
der Vergoldung von Metallen (oft Bronze), bei der eine hochkarätige
Gold-Quecksilber-Amalgam-Mischung aufgetragen und dann im Ofen erhitzt wird,
bis das Quecksilber verdampft und eine dünne Goldschicht zurückbleibt.
Dieser Prozess, auch alsBronze
DoréoderFeuervergoldungbekannt,
erzeugte prachtvolle, goldfarbene Verzierungen für Möbel, Uhren, Kandelaber
und andere Dekorationsgegenstände, besonders populär in der französischen
Kunst des 18. und 19. Jahrhunderts.
Merkmale und Herstellung
Material:Eine Legierung aus Gold mit Bronze oder
Messing.
Prozess (historisch):Eine Paste aus feinem Goldpulver
und Quecksilber wurde auf das Metall aufgetragen, erhitzt, wodurch das
Quecksilber verdampfte und das Gold auf dem Objekt zurückblieb.
Gefahren:Der Prozess war wegen der toxischen
Quecksilberdämpfe extrem gefährlich und führte zu Quecksilbervergiftungen
bei den Arbeitern.
Verbot:In Frankreich wurde die Technik 1830 aus
Gesundheitsgründen verboten, obwohl sie teilweise weiter angewendet wurde.
Verwendung und Stil
Anwendungen:Möbelbeschläge (wie für Louis XV und
Rococo), Uhrengehäuse, Kronleuchter, Skulpturen und Kaminelemente.
Stil:Besonders prägend für den opulenten Rokoko-Stil,
um geschwungene Formen, Muscheln, Blätter und florale Motive zu betonen.
Beispiele:Die Werke von Matthew Boulton sind bekannte
Beispiele für meisterhaftes Ormolu.
dendrochronologische Datierung
DieDendrochronologie(griech.dendron„Baum“,chronos„Zeit“)
ist einenaturwissenschaftliche
Datierungsmethode, die das Alter von Holz auf das Jahr genau bestimmen kann.
Funktionsweise
Die Methode nutzt das jährliche Dickenwachstum von Bäumen in Klimazonen mit
ausgeprägten Jahreszeiten:
Jahrringbildung:In jedem Frühjahr und Sommer bildet
der Baum eine neue Holzschicht (Früh- und Spätholz).
Klimaeinfluss:Umweltfaktoren wie Temperatur und
Niederschlag beeinflussen die Breite dieser Ringe. In günstigen Jahren
entstehen breite, in ungünstigen Jahren schmale Ringe.
Mustererkennung:Da alle Bäume einer Region demselben
Klima ausgesetzt sind, weisen sie überlappende, charakteristische Abfolgen
von breiten und schmalen Ringen auf (ähnlich einem Barcode).
Das Datierungsverfahren (Überbrückungsmethode)
Um Holzproben aus der Vergangenheit zu datieren, wird dasÜberbrückungsverfahren(Crossdating)
angewendet:
Referenzkurven:Man beginnt bei heute lebenden Bäumen
und misst deren Jahrringbreiten zurück bis zum Kern.
Überlappung:Diese Kurve wird mit älteren Balken (z.
B. aus historischen Dachstühlen) verglichen, deren äußere Ringe zeitlich mit
den inneren Ringen der lebenden Bäume übereinstimmen.
Endlose Kette:Durch das Aneinanderfügen immer älterer
Holzfunde (Archäologisches Holz, subfossile Stämme aus Mooren) entstehen
regionale Standardchronologien, die heute teils über12.000
Jahrein die Vergangenheit reichen.
Genauigkeit und Voraussetzungen
Präzision:Bei Vorhandensein derWaldkante(letzter
Ring unter der Rinde) kann das exakteFälljahrbestimmt
werden.
Bedingung:Die Probe sollte idealerweise mindestens50
bis 100 Jahrringeaufweisen, um eine statistisch
sichere Zuordnung zur Referenzkurve zu ermöglichen.
Einsatzgebiete:Archäologie (Datierung von
Pfahlbauten, Brunnen), Kunstgeschichte (Gemäldetafeln, Skulpturen) und
Bauforschung (Dachstühle).
In wissenschaftlichen Texten wird ein dendrochronologisch ermitteltes Jahr
oft mit dem Kürzel(d)gekennzeichne